DavidpsalmEin Davidpsalm ist ein Psalm aus dem biblischen Buch der Psalmen, der in seinem ersten Vers auf den israelitischen König David verweist. Davidisierung des Psalters bezeichnet die Verbindung der Psalmen mit dem Leben und Wirken Davids, sodass der Leser David als Vorbild betrachten kann, dessen Darstellung sich im Gegenzug poetisierte. Die Angabe lautet in der hebräischen Fassung מִזְמוֹר לְדָוִד (mizmor ledavid). Der Ausdruck wird traditionell als Angabe einer Urheberschaft („le auctoris“) verstanden und mit „von David“ übersetzt (beispielsweise in der Einheitsübersetzung und der Lutherbibel). Die Präposition לְ (le) kann sich aber auch auf die Richtung beziehen, sodass der Ausdruck mit „für/über David“ oder „dem David zugehörig“ wiederzugeben ist. Damit wird dann die messianische Bedeutung des Psalms für das jüdische Volk ausgedrückt. In vierzehn der Davidpsalmen wird diese Angabe durch biographische Angaben über David entsprechend den Samuelbüchern ergänzt. Dadurch wird David nicht nur zur Identifikationsfigur für den Psalmenbeter, sondern David poetisiert dargestellt. In der redaktionsgeschichtlichen Forschung seit dem 19. Jahrhundert werden diese Psalmenüberschriften in der Regel als sekundär eingestuft. Die Davidpsalmen sind die größte namentlich markierte Psalmengruppe vor den zwölf Asafpsalmen und den zwölf Korachpsalmen.[1] Sammlung und GliederungHebräische Bibel73 Psalmen der hebräischen Bibel werden als „Davidpsalmen“ bezeichnet; ihre Position innerhalb des Psalters ist gegliedert:
Nähere biographische Verweise enthalten folgende vierzehn Psalmen (Übersetzung nach der textkritischen Elberfelder Bibel)
SeptuagintaIn der griechischen Übersetzung, der Septuaginta, werden zehn weitere Psalmen als „Davidpsalmen“ (ψαλμὸς τῷ Δαυίδ, psalmos tō Dauid) benannt; insgesamt also 83. Psalm 151, der in den Septuagintahandschriften mit enthalten ist, wird in der (hebräischen) Großen Psalmenrolle 11QPsa von Qumran auch als „Davidpsalm“ bezeichnet. In ihr heißt es auch, David habe 3.600 Loblieder (tehilim) verfasst. Die Davidisierung kann also als Prozess betrachtet werden, der das Psalmendichten dem David ebenso zuspricht wie dem König Salomo die Weisheit. Neues TestamentIm Neuen Testament werden an einigen Stellen unter Berufung auf David Zitate aus weiteren Psalmen angeführt: Apg 4,25 EFB aus Psalm 2, Apg 2,25–28 EFB aus Psalm 16, Röm 4,6–8 EFB aus Psalm 32, Röm 11,9 EFB aus Psalm 69, Hebr 4,7 EFB aus Psalm 95, Mt 22,43–44 EFB und Parallelstellen sowie Apg 2,34–35 EFB aus Psalm 110. Theologisches ProfilDie meisten Davidpsalmen sind individuelle Klage- und Bittgebete in feindlicher Bedrängnis, denen stets Lob- und Dankpsalmen zugeordnet sind, die die Erhörung der Klage bzw. Errettung aus der Not beschreiben. Das betende Ich der Davidpsalmen ist verschieden: manchmal ist es königlich-hoheitlich mit einem ebensolchen JHWH-Bild, dabei wird die Rettung vom Tempel erhofft, in anderen Fällen steht das verfolgte Ich als arm und gerecht da, welches hofft, dass JWHW Gerechtigkeit durchsetzen wird.[2] EntstehungszeitEs besteht in der Forschung ein Konsens, dass die Davidpsalmen nicht von David verfasst sind. Die tatsächliche Entstehungszeit der Davidpsalmen ist jedoch sehr umstritten und meist nicht mit letzter Sicherheit zu klären. Teilweise wird ihre Entstehung in der exilischen und nachexilischen Zeit vermutet. RezeptionDie Davidpsalmen oder auch die „Psalmen Davids“ kollektiv für den ganzen Psalter sind Gegenstand von Vertonungen, Nachdichtungen und anderen künstlerischen Werken, siehe dazu die Übersicht unter Psalmen Davids. Literatur
Einzelnachweise
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