Das Dorf wurde erstmals 778 als „Lihesi“ im Zusammenhang mit einer Schlacht zwischen den Franken und Sachsen erwähnt. In erhaltenen Urkunden wurde der Ort unter folgenden Namen erwähnt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):[1]
„Lihesi“ (778), „Lichisin“ (802/817), „Liêse“ (831/850), „Lesen“ (1290), „Lyse“ (1291), „Lysen/Leysen“ (1296), „Leysen“ (1577), „Leussa“ (1712), „Leysen“ (1708/10) und „Leisa“ (19./Anfang 20. Jahrhundert).
Das fränkische Heer soll sich einer Sage nach einen Tagesmarsch weit entfernt südlich bei Bottenhorn auf den Bottenhorner Hochflächen versammelt haben, bevor es auf der Heerstraße (Altstraße auf der Perf/Dautphe-Wasserscheide verlaufend) zur Schlacht zog. Diese Schlacht fand in unmittelbarer Nähe von Laisa statt.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Laisa:
„Leisa (L. Bez. Battenberg) evangel. Filialdorf; liegt 3⁄4 St. von Battenberg, hat 1 Kirche, 53 Häuser und 332 Einwohner, die bis auf 1 Katholiken evangelisch sind. – Leisa wurde durch die Niederlage bekannt, die die Sachsen im Jahr 778 in der Gegend erlitten haben. Die meisten Schriftsteller nennen den Ort der Niederlage Liesi oder Lihesi (Leisa) und den benachbarten Fluß Adarnia oder Aderna (Eder). Nur einer nennt Baddenfeldum, Adernam juxta fluvium. Aber diese beiden Orte liegen so nahe beisammen, daß füglich einer für den andern, als den Ort der Niederlage gesetzt werden konnte. Leisa kam mit andern Orten, 1291, an das Erzstift Mainz, und wahrscheinlich durch Verpfändung, 1464, an den Landgrafen Heinrich III. Die Kapelle erhielt 1296 zu ihrer Unterstützung einen Ablaß, der aber zugleich zur Ausbesserung der Kirche zu Bromskirchen verwendet wurde.“[3]
1838 wurde hier eine erste Eisenerzgrube eröffnet; sie blieb bis 1880 in Betrieb. 1866 wurde Laisa mit dem gesamten Hessischen Hinterlandpreußisch. 1868 vernichtete ein Brand nahezu das komplette Dorf.[4] 1921 erhielt es eine Stromversorgung. 1926 wurde eine Wasserleitung gebaut. 1932 wurde der Ort dem Amt Battenberg zugeteilt.
Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: [1][2]; Zensus 2011[14]
„Die Dorfkirche von Leisa, 12 km nordöstlich von Biedenkopf, 2,5 km südlich von Battenberg, dürfte ihre Entstehungszeit an einen 1296 erteilten Ablass knüpfen, wenn auch die primitiven Formen des Schiffs keine genauere Bestimmung zulassen. Der Chor ist laut Inschrift 1723 erbaut. Das Langhaus ist durch zwei sehr nahe an die Seitenwände gerückte Rundpfeiler mit schlichtem Schmiegengesims in drei gleichhohe Schiffe geteilt, mit rippenlosen, roh gemauerten Gewölben, deren Gräte im Scheitel kuppelartig zusammenlaufen. Von den ursprünglichen kleinen Rundbogenfenstern ist nur in der Nordwand eins erhalten. Nach Westen schliesst sich an das Langhaus ein flachgedeckter schmaler Raum, der in der Westwand drei Schiesscharten hat. Der Chorbogen ist spitzbogig und ungegliedert. Über ihm ein viereckiger, beschieferter Dachreiter mit ins Achteck übergeführtem Helm; auf dem First des Chordachs eine eiserne Spitze mit sogenanntem Wiederkreuz, Herz und Sonne.“
– Ferdinand Luthmer: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Kreise Biedenkopf, Dill, Ober-Westerwald und Westerburg Keller, Frankfurt am Main 1910, S. 46f[15]
Rückersfest
Alle sieben Jahre zu Ostern wird im Ort das Rückersfest gefeiert. Einer der Höhepunkte ist der große Festumzug, bei dem viele Dorfbewohner in örtlicher Tracht durch den Ort ziehen. Die Tradition des Rückersfests lässt sich bis ins Jahr 1842 nachweisen, ist aber wohl deutlich älter. Symbol des Festes ist die Rückersfigur, eine fast drei Meter lange Holzfigur eines pflügenden Bauern mit Knecht hinter einem Gespann mit fünf Pferden. Beim Rückersstecken, das immer am 9. März stattfindet, wird der Rückers erstmals nach sieben Jahren wieder hervorgeholt und auf dem Dachfirst des Alten Rathauses – des heutigen Heimatmuseums – angebracht, wo er 40 Tage lang bleibt, um auf das Rückersfest am Osterwochenende hinzuweisen.[16]
Das für den 11.–13. April 2020 geplante Rückersfest wurde wegen der COVID-19-Pandemie zunächst mehrfach verschoben und schließlich abgesagt. Das nächste Rückersfest soll 2027 stattfinden.[17]
↑Brand zu Laisa. In: Starkenburger Provinzial-Anzeiger – Dieburger Kreisblatt, Nr. 66/1868.
↑Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr.6, S.248, Punkt 328, Abs. 29 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2MB]).
↑Hauptsatzung. (DOCX; 26 kB) §; 5. In: Webauftritt. Gemeinde Battenberg (Eder), abgerufen im März 2019.
↑Michael Rademacher: Land Hessen. Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com. Abgerufen am 1. Januar 1900
↑Grossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band13. G. Jonghause’s Hofbuchhandlung, Darmstadt 1872, OCLC162730471, S.12ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑ abGrossherzogliche Centralstelle für die Landesstatistik (Hrsg.): Beiträge zur Statistik des Großherzogtums Hessen. Band13. G. Jonghause’s Hofbuchhandlung, Darmstadt 1872, OCLC162730471, S.27ff., § 40 Punkt 6e) (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
↑Ferdinand Luthmer: Die Bau- und Kunstdenkmäler des Regierungsbezirks Wiesbaden. Hrsg.: Bezirksverband des Regierungsbezirks Wiesbaden. IV. Band: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Kreise Biedenkopf, Dill, Ober-Westerwald und Westerburg. Kommissionsverlag von Heinrich Keller, Frankfurt am Main 1910, S.46f. (archive.org [abgerufen am 13. Oktober 2021]).