Die Erbauer der Burg, die 1111 im Rotulus Sanpetrinus erstmals erwähnt wurde, waren offenbar die Herren von Runstal, Ministerialen der Herzöge von Zähringen. 1207 wurde Runstal vom damaligen Besitzer Konrad von Schwarzenberg[2] an das Kloster Salem verkauft, das sie in eine Grangie umwandelte, bevor sie 1259 an die Stadt Villingen fiel. Im 14. Jahrhundert wurde die angrenzende Siedlung aufgegeben, ab dem 16. Jahrhundert auch die Burg als Burgstall bezeichnet.
Die ehemalige Niederungsburg befindet sich auf einer runden, von einem Graben umgebenen Hügelaufschüttung mit einem Durchmesser von etwa 30 Metern. Bei einer provisorischen Grabung im Jahre 1942 kam ein massiver Steinbau zutage, der möglicherweise im Spätmittelalter eine hölzerne Motte ersetzte und von einer Ringmauer umgeben war.
Heute ist nur noch der Hügel mit Graben und wenigen oberflächigen Steinansammlungen zu sehen, die auf Mauerreste hindeuten.
Bertram Jenisch: Villingen – Archäologische Zeugnisse der Besiedlung im 11. und 12. Jahrhundert. In: Heinrich Maulhardt, Thomas Zotz (Hrsg.): Villingen 999–1218. Waldkircher Verlagsgesellschaft, Waldkirch 2003.
Paul Revellio: Beiträge zur Geschichte der Stadt Villingen. Stadt Villingen im Schwarzwald, Villingen 1964.
Heiko Wagner: Zähringerburgen auf der Baar und im Schwarzwald. Zwischen Mythos und Wahrheit.Schau-ins-Land, 133. Jahrgang, 2014, S. 17–18 (Digitalisat der UB Freiburg).
↑Konrad von Schwarzenberg war der Name von sechs aufeinanderfolgenden Freivögten des vom Alemannenherzog Burkhard I. um 918 gegründeten adeligen Frauenklosters St. Margarethen in Waldkirch (Ihre Herrschaftszeiten sind auf einer Tafel in der Burgruine Schwarzenberg aufgeführt). Besitzer von Runstal war somit das Kloster St. Margarethen. Diese Vögte und ihre Nachfolger, die sich ebenfalls von Schwarzenberg nannten, verkauften nahezu den gesamten Besitz, der zerstreut von Basel im Süden bis Herbolzheim im Norden und Villingen im Osten lag. Dies führte zum finanziellen Niedergang des Klosters, das 1430 wegen Verarmung aufgelöst wurde.