Thomas Dolliner wurde anfangs zu Hause von einem Schlossgeistlichen unterrichtet und besuchte später die Schule in Tarvis im Herzogtum Kärnten. 1772 kam er auf das Gymnasium Laibach, dort hörte er auch Vorlesungen in Philosophie und zwei Jahre Theologie. 1782 begann er ein Studium der Rechte an der Universität Wien und beendete dieses 1786.
1824 wurde er zum Wirklichen Regierungsrat ernannt.
1831 zog sich der unverheiratete Thomas Dolliner im Alter von 70 Jahren in den Ruhestand zurück, nahm aber anschließend immer noch an den allgemeinen Sitzungen der Justizhofkommission teil.
In Anerkennung seiner Verdienste erhielt er den Charakter eines Wirklichen Hofrats.
Gemäß seinem Wunsch wurde er in Maria Enzersdorf nahe Brunn am Gebirge bei Wien begraben, wo ein einfacher Grabstein seine Ruhestätte bezeichnet.
Schriften (Auswahl)
Thomas Dolliner; Johann Sertenthall: Noch einmahl: Sind die 1439 von der deutschen Nation zu Mainz acceptirten Basler Decrete Theile unseres mit dem römischen Stuhle geschlossenen Concordats? : kann es der deutschen Kirche gleichgültig, wird es ihr sogar vortheilhafter seyn, wenn diese Decrete nicht als Vertragsartikel, sondern bloß als allgemine Kirchengesetze angesehen werden sollten? Wien, 1789.
Abhandlung über die Verbindlichkeit eines durch ungerechte Furcht abgedrungenen Versprechens und die Wirkung des demselben beigefügten Eides. Wien 1789.
Thomas Dolliner; Johann Fels: Ausführlicher Beweis: dass der wahre Geburtsort der am 17. Februar 1448. mit dem Römischen geschlossenen Concordaten nicht Aschaffenburg, sondern Wien sey. Herausgegeben von Johann Fels. Wien, gedruckt in dem Königlichen Taubstummen-Institute 1790.
Untersuchung der Frage: Ob Rudolph von Habsburg durch ein auf den Herzog Ludwig den Strengen von Baiern aufgestelltes Compromiss zum Kaiser erwählt worden sei, in der Oberdeutschen Literaturzeitung 1795, Nr. 150–152;
Historisch-kritischer Versuch über das angebliche Verhältniss der östlichen Gränzprovinz und ihrer Gränzgrafen zu Baiern unter den Carolingern. Wien 1796.
Handbuch des in Österreich geltenden Eherechts. Von Thomas Dolliner doctor der Rechte, und. öffenth. Professor des Kirchen und Römischen Civil Rechts an der hohen Schule zu Wien, Mitglieder königl. böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften. Wien ; Triest : Bei Geistingen, 1813.
Das Recht geistlichen Personen, in so fern sie nur überhaupt als solche, ohne eigentliche Beziehung auf Kirchenämter und Pfränden, betrachtet werden; nach den in Oesterreich geltenden Rechtsquellen dargestellt von Thomas Dolliner. Wien; Triest: Im Verlage Der Geistinger'schen Buchhandlung, 1818.
Philipp Mayer; Thomas Dolliner: Das Patronats-Recht: dargestellt nach dem gemeinen Kirchenrechte und nach österreichischen Verordnungen. Wien: bey J. G. Ritter von Mösle sel. Witwe 1824.
Andeutungen über die Zwillingsbrüder Henricus und Johannes de Carniolia, Mönche des Stiftes Mölk und S. Afra zu Regensburg, in Riedlers „Archiv“ 1831, Nr. 31
Die Wiener Hochschule und ihre alten Freiheitsurkunden, in Riedlers „Archiv“ 1831, Nr. 39–43
Einige Nachrichten über den als Wunder der Gelehrsamkeit ausposaunten Jüngling Ferdinand nun Cordova, wie er als Disputant auf der Wiener Universität am 19. Sept. 1448 aufgetreten ist, in Riedlers „Archiv“ 1833, Nr. 143 und 144
Außerdem schrieb er viele Rezensionen geschichtlicher und staatswissenschaftlicher Werke in die Annalen der Kunst und Literatur in dem österreichischen Kaiserstaate 1802–1804, für die Oberdeutsche Literatur-Zeitung von Salzburg und in Zeillers „Jährliche Beiträge zur Gesetzkunde und Rechtswissenschaft“.
↑Zeitschrift für österreichische Rechtsgelehrsamkeit und politische Gesetzkunde: Hauptblatt, S. 275 ff. J.P. Sollinger, 1839 (google.de [abgerufen am 20. April 2018]).