Robert SchwinnerRobert Gangolf Schwinner (* 11. Mai 1878 in Ottenschlag (Niederösterreich); † 10. November 1953 in Graz) war ein österreichischer Geologe und Geophysiker. LebenSchwinner begann nach Abitur und Wehrdienst in Wien ein Ingenieursstudium, wechselte aber zum Mathematik- und Physikstudium an der Universität Wien, in Jena und München. Während seines Studiums wurde er 1899 Mitglied der Wiener akademischen Burschenschaft Bruna Sudetia.[1] Er musste das Studium wegen Krankheit drei Jahre unterbrechen und setzte es dann mit dem Schwerpunkt Meteorologie in Wien fort und studierte danach Geologie und Mineralogie. 1911 wurde er in Zürich in Geologie promoviert. Er war dort Schüler von Arnold Heim und Paul Arbenz. Im Ersten Weltkrieg wurde er eingezogen, wirkte 1915 bis 1918 als Kriegsgeologe an der italienischen Front und habilitierte sich während eines Fronturlaubs in Graz, wo er 1917 Privatdozent war. 1919 wurde er Assistent am Geologischen Institut in Graz, 1923 außerordentlicher Professor[2] mit Lehrauftrag in Physikalischer Geologie (wobei er aber noch bis 1940 Assistentenpflichten erfüllen musste). Er lehrte auch Geophysik. 1946 wurde er emeritiert. WerkSchwinner versuchte die voralpidische Tektonik der Alpen zu rekonstruieren, zuerst den variszischen paläozoischen Deckenbau bei Graz, später im Kristallin der gesamten Alpen. Darüber hinaus versuchte er geologische und geophysikalische Überlegungen (wie Schweremessungen, Wärmehaushalt, Isostasie, Tiefenbeben, Eustatische Meeresspiegelschwankungen) zusammenzuführen. Das ging bis zu astrophysikalischen Untersuchungen (Mond, Sonne). Seine Schriften zeigen nach dem Nachruf von Metz sein Temperament und seine kritische Ader. Von Bedeutung ist seine Theorie von thermisch bedingten Konvektionsströmen im Erdmantel, die er 1919 aufstellte und die Alfred Wegener in der 4. Auflage seines Buchs über Kontinentalverschiebung (Die Entstehung der Kontinente und Ozeane) als eine mögliche Ursache von diesen annahm[3], ähnlich heutigen Vorstellungen zu den Ursachen der Plattentektonik. Merkwürdigerweise lehrten beide zeitweise gleichzeitig in Graz, ohne dass es zu näherem Kontakt kam.[4] Er veröffentlichte ein auf drei Bände angelegtes Lehrbuch der physikalischen Geologie, von dem aber nur der erste Band erschien (Band 2 sollte statische und Band 3 dynamische Geologie behandeln). Das Manuskript des zweiten Bandes galt lange als verschollen, wurde aber 2007 in Graz im Geologischen Institut gefunden. Schriften (Auswahl)
Literatur
WeblinksEinzelnachweise
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