Fornsbach (Murr)
Der Fornsbach ist ein etwas über 8 km langer Bach im Hinteren Mainhardter Wald im nordöstlichen Baden-Württemberg, der westlich des Murrhardter Dorfes Fornsbach im Rems-Murr-Kreis von rechts und Osten in die obere Murr mündet. NameIn den ersten schriftlichen Quellen aus dem 15. Jahrhundert wird der Bach Furnspach geschrieben. Das Bestimmungswort leitet sich vom mittelhochdeutschen Wort *fürhen, forhen für 'Forelle' ab.[1] GeographieVerlaufDie Quelle des Fornsbachs liegt am Rand des Weilers Wolfenbrück der Gemeinde Oberrot im Landkreis Schwäbisch Hall auf etwa 487 m ü. NHN. Keine hundert Meter entfernt im Innern des Knicks der Durchgangsstraße K 2609 fast am Nordrand des Weilers entsteht der Bach am Anfang seiner Waldklinge und fließt in dieser dann südöstlich. Nach gut anderthalb Kilometern läuft der Schelmenbach von rechts zu, der wie er selbst am Rand der flachen Hochebene entsteht, die sich rechts der Bachtals von Wolfenbrück bis Murrhardt-Hinterbüchelberg und weiter im Süden erstreckt. Nach diesem Zufluss münden in schneller Folge weitere, zunächst von links der Bubenreinbach vom Ostrand des Oberroter Weilers Glashofen, der an der Hangschulter der links begleitenden Hochebene liegt, hinter welcher die bedeutendere Fichtenberger Rot hier fast parallel fließt; danach ein Bach von rechts, der als Ausfluss eines Teichs im Norden von Hinterbüchelberg entsteht sowie der Entenbach, der einen Teich am Ostrand des Weilers selbst entwässert. Diese alle sind fast von Anfang an Bäche durch bewaldete Klingen. Wenig nach der Entenbach-Mündung tritt der Fornsbach nach etwa 3 km ab der Quelle in sich stark verbreiterndem Tal in die Flur über, die ab hier den Talgrund und den unteren Hang bedeckt. Bald zieht er zwischen einigen locker gruppierten Aussiedlerhöfen hindurch, die schon zur Kleinstadt Murrhardt gehören, gleich danach zwischen den Weilern Neuhaus rechts und Harnersberg links am Hangfuß; über dem letzten erhebt sich, nur wenig die Hochebene überragend, der 483,4 m ü. NHN erreichende gleichnamige Berg. Nachdem er in weiterhin konsequentem Südostkurs in weitem, wiesenreichem Tal die ersten 5,7 km durchlaufen hat, endet der Mittellauf an der Mündung des Mahdbachs von links, des bisher längsten Zuflusses. Dieser zieht in ähnlich großen Wiesental vom Fuß der Schanz im Ostnordosten heran, einem Pass über den Höhenrücken zum Rottal, über den die Landesstraße 1066 ins Talsystem der Murr tritt. Sie folgt, ebenso wie die Murrtalbahn, die die Schanz im Schanztunnel untertunnelt, dem Mahdbach bis zu seiner Mündung und danach dem in dessen Zuflussrichtung nach Westsüdwest abknickenden Fornsbach. Wenige hundert Meter weiter tritt das Gewässer in den Siedlungsbereichs des Dorfes Fornsbach ein, wo von links der Seebach mündet, der zuvor am Fuß des bewaldeten Hangs der Talachse Mahdbach – unterer Fornsbach den als Treibweiher angelegten, heute der Erholung dienenden Fornsbacher Waldsee durchflossen hat und wie zuvor der Mahdbach am Rande der Hochebene links des Talzugs seinen Ursprung nimmt. Nach einem weiteren, kleineren Zulauf von links, der am Hang des links den Fornsbach begleitenden Höhensporns Hornberg (490,4 m ü. NHN) entsteht und den Auslauf des viel kleineren Schwarzen Sees aufnimmt, verlässt der Bach das Dorf. Dahinter nimmt er zuallerletzt seinen größten Zufluss von rechts auf, den 3,9 km langen Beilsbach, der parallel zum Mittellauf des Fornsbachs selbst ebenfalls südöstlich heranzieht. Der Fornsbach mündet schließlich auf etwa 307 m ü. NHN bei der Murrhardter Eisenschmiedmühle von rechts und Osten nach 8,3 km Lauf in die obere Murr, die hier ihre große Kehre fast vollendet hat und nach diesem Zufluss nun ebenfalls in Richtung des Zuflusses nach Westen in Richtung Murrhardt weiterzieht, immer noch begleitet von Bahnstrecke und Landesstraße. EinzugsgebietDer Fornsbach entwässert ein Einzugsgebiet von 17,4 km² Größe und damit merklich weniger als die aufnehmende obere Murr, deren Länge er aber etwas übertrifft. Sein Einzugsgebiet erreicht mit etwa 6,8 km die größte Ausdehnung zwischen dem Nordrand Wolfenbrücks und der Straße zwischen den Fichtenberger Weilern Vorderlangert und Hornberg; quer dazu misst es an seiner weitesten Stelle ziemlich im Südosten etwa halb so viel an Breite. Es liegt, naturräumlich gesehen, mit dem nördlichen und nordwestlichen Teil und bis zum Waldaustritt des Fornsbachs im Unterraum Hinterer Mainhardter Wald, danach im Unterraum Murrtal der Schwäbisch-Fränkischen Waldberge.[2][3] Die Wasserscheide läuft von der Mündung nordwestlich über die bewaldete Lutzenebene nach Murrhardt-Karnsberg; jenseits fließt der Fehlbach südlich zur abwärtigen Murr bei der Murrhardter Auensiedlung. Von dort aus folgt sie dann grob der Straße nach Oberrot-Wolfenbrück (K 1806, ab Kreisgrenze K 2609); westlich von ihr zieht der Siegelsbach südwärts zur Murr, die er über den Trauzenbach in Murrhardt erreicht. Am Nordrand von Wolfenbrück knickt die Einzugsgebietsgrenze dann nach Osten ab und läuft so bis östlich von Oberrot-Glashofen; außerhalb konkurriert hier auf einem kurzen Stück erst der Zufluss Maßlensbach der Fichtenberger Rot, dann deren tieferer Zufluss Fronbach in Oberrot. Danach knickt die Wasserscheide nach Südosten ab und läuft dann auf der Hochebene vor dem Tal der Rot, von der dieser nacheinander an nicht ganz kleinen Zuflüssen der Wiesenbach und der Bach aus der Heiligenklinge zulaufen, auf den kleinen Pass der Schanz zu und dann quer darüber bis nach Fichtenberg-Vordertlangert. Ab dort zieht die Grenze des Einzugsgebietes nach Westsüdwesten auf den Sporn des Hornbergs südlich von Fornsbach zu; das jenseitige Gebiet entwässern nacheinander Dappach und Glattenzainbach ebenfalls noch zur unteren Rot. Etwa ab dem Ansatz des Bergsporns selbst bei Fichtenberg-Hornberg konkurriert jenseits von diesem der wenig oberhalb des Fornsbachs selbst in die Murr mündende Otterbach. Die Mündung liegt auf etwa 307 m ü. NHN. Höchster Punkt im Einzugsgebiet ist mit 510,2 m ü. NHN[LUBW 4] der Gipfel einer kleinen Flurkuppe nordöstlich von Wolfenbrück an deren Nordrand. An mehreren anderen Stelle liegt die Wasserscheide über 470 m ü. NHN, die auch im Inneren des Einzugsgebietes übertroffen werden, weil die Hochflächen recht ähnliche Höhenlage haben. Sie werden zum überwiegenden Teil von Rodungsflächen eingenommen und auch der Talgrund des mittleren und unteren Fornsbachs sowie des Mahdbachs liegen in offener Flur. Auf beiden diesen Arten von Flurflächen dominiert das Grünland den Ackerbau. Wald bedeckt außer einigen Teilen der Hochflächen das obere Tal des Fornsbachs und, abgesehen vom Mahdbach, den größten Teil der Seitenklingen sowie die hohen Hänge im Mittel- und Untertal des Fornsbachs. Zuflüsse und SeenListe der Zuflüsse und Seen von der Quelle zur Mündung. Gewässerlänge[LUBW 2], Seefläche[LUBW 5], Einzugsgebiet[LUBW 6] und Höhe[LUBW 1] nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW. Andere Quellen für die Angaben sind vermerkt. Quelle des Fornsbachs auf etwa 475 m ü. NHN im Knick der Durchgangsstraße K 1806 von Oberrot-Wolfenbrück dicht am Weilerrand am Beginn seiner Waldklinge. Der Bach fließt zunächst südöstlich.
Mündung des Fornsbachs von rechts und Osten auf etwa 307 m ü. NHN[LUBW 1] an deren großer Kehre gleich nach Murrhardt-Eisenschmiedmühle in die obere Murr. Der Bach ist 8,3 km[LUBW 10] lang und hat ein 17,4 km²[LUBW 3] großes Einzugsgebiet. Bis zum Fornsbach ist die Murr selbst etwas kürzer als dieser, hat aber ein größeres Einzugsgebiet als er. OrteOrte am Lauf mit ihren Zugehörigkeiten. Nur die Namen tiefster Schachtelungsstufe bezeichnen Siedlungsanrainer.
Im Einzugsgebiet der Fornsbachs liegen außer den hier genannten noch die folgenden Orte:
GeologieLauf und Einzugsgebiet des Fornsbachs liegt zur Gänze im Mittelkeuper des nordöstlichen Murrhardter Waldes. Der Fornsbach entspringt bei Wolfenbrück an der Grenze zwischen Stubensandstein (Löwenstein-Formation) und Oberen Bunten Mergeln (Mainhardt-Formation) und tieft sich dann durch die Oberen Bunten Mergeln, den Kieselsandstein (Hassberge-Formation), die Unteren Bunten Mergeln (Steigerwald-Formation) und kaum Schilfsandstein (Stuttgart-Formation) bis in den Gipskeuper (Grabfeld-Formation) ein, den er nach weniger als 1,5 km und noch vor dem Zufluss des Schelmensbachs erreicht. In diesem läuft er dann den viel größeren Teil seines Fließstrecke weiter bis zu seiner Mündung westlich von Fornsbach. Neben dem südöstlich laufenden Ober- und Mittellauf lagern vor allem am linken Hang öfter quartäre Ruschmassen, ähnlich bei dem Unterlauf zulaufenden Beilsbach. Im Einzugsgebiet liegt Stubensandstein nur in recht schmalen Randstreifen im Nordwesten bei Wolfenbrück, im Südosten über Wald- und Schwarzem See auf dem Hornberg und an der Südwestseite zwischen dem Lutzenberg und dem Weiler Karnsberg. Die ausgedehnten Hochflächen zwischen dem südwestlichen Ober- und Mitteltal des Fornsbachs und dem der jenseits der östlichen Wasserscheide parallelen Fichtenberger Rot, zwischen diesem längeren Talabschnitt und dem ebenfalls dazu parallelen Unterlauf-Zufluss Beilsbach sowie ein schmälerer Streifen Hochebene westlich des Beilsbachs bedecken zusammen mit den im Gipskeuper liegenden, sehr weiten Tälern von Fornsbach, Mahdbach und Beilsbach den Großteil des Einzugsgebietes. Fast nirgendwo am Saum dieser beiden Hauptschichten des Einzugsgebietes bildet zwischen den beiden dominierenden Mergelschichten am Hang dazwischen der Schilfsandstein eine merkliche Stufe. Links entlang dem oberen Hang des oberen Beilsbachs läuft eine Störungslinie südöstlich, etwa parallel dazu eine andere aus Richtung Karnsberg übers Schwarzenmühlbachtal auf die Fornsbach-Mündung zu, beidesmal liegt die Tiefscholle im Südwesten.[5] FlussgeschichteDer auffällige Talknick des Fornsbachs am Zufluss des Mahdbachs und die Fließrichtung des Beilsbachs in stumpfen Winkel zu der des unteren Fornsbachs erklären sich durch die Anlage der Täler zu einer Zeit, wo die Urmurr in umgekehrter Laufrichtung aus Westen kommend durch die Täler des heutigen unteren Fornsbachs und des Mahdbachs ostwärts zur Rot bei Fichtenberg floss. Näheres siehe bei der Flussgeschichte der Murr. Siehe auchEinzelnachweiseLUBWAmtliche Online-Gewässerkarte mit passendem Ausschnitt und den hier benutzten Layern: Lauf und Einzugsgebiet des Fornsbachs
Andere Belege
Literatur
Weblinks
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