Wissenschaftspark Albert EinsteinDer Wissenschaftspark Albert Einstein befindet sich mit weiteren Forschungseinrichtungen auf dem Telegrafenberg in Potsdam. Benannt ist er nach dem Physiker Albert Einstein. Das wohl bekannteste Gebäude im Wissenschaftspark ist der Einsteinturm, der zur experimentellen Überprüfung seiner Relativitätstheorie errichtet wurde. Bereits Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Wissenschaftspark nach Plänen des Architekten Paul Emanuel Spieker auf dem Telegrafenberg angelegt. Es wurden verschiedene astronomische, meteorologische und geowissenschaftliche Observatorien errichtet, integriert in einen englischen Landschaftsgarten. Zu den bekanntesten Gebäuden zählen der Einsteinturm und der Große Refraktor, die heute zum Astrophysikalischen Institut Potsdam gehören. GeschichteAb 1874 begann man mit dem Bau zahlreicher wissenschaftlicher Observatorien auf dem Telegrafenberg, die als Wissenschaftspark angelegt wurden. Nach Plänen des Architekten und Oberbaudirektors Paul Emanuel Spieker wurden die Klinkergebäude im klassizistischen Stil in einen englischen Landschaftsgarten integriert. Die strenge Gliederung und die mehrfarbigen Fassaden der Gebäude sind vom Baustil Karl Friedrich Schinkels beeinflusst. Die Backsteinwände sind mit zweifarbigen Bändern, Sternfriesbändern aus glasierten Ziegeln und Säulen mit korinthischen Sandsteinkapitellen geschmückt. Es entstanden folgende Institute und Observatorien:
Im Michelson-Haus wirkte unter anderem der bekannte Astrophysiker Karl Schwarzschild, ab 1909 Direktor des Observatoriums. 1881 führte Albert A. Michelson im Keller des Observatorium-Hauptgebäudes die erste Version seines berühmten Michelson-Morley-Experiments durch. Der Nordflügel des Gebäudes liegt mit seiner Längsachse auf einer Meridian-Ebene. Unter der Leitung von Friedrich Robert Helmert wurde das Geodätische Institut ab 1886 zum Weltzentrum der wissenschaftlichen Geodäsie. Reinhard Süring, ab 1909 Abteilungsvorsteher der Meteorologischen Abteilung und 1928–1932 Direktor des Meteorologisch-Magnetischen Observatoriums Potsdam, baute ein einheitliches meteorologischen Beobachtungsnetz in der Sowjetischen Besatzungszone auf. Dazu wurde er von der Besatzungsmacht 13 Jahre nach seiner Pensionierung von 1945 bis 1950 nochmals mit der Leitung des Observatoriums betraut. Der Einsteinturm entstand zwischen 1919 und 1924 in Zusammenarbeit des Physikers Albert Einstein mit dem Astronomen Erwin Finlay Freundlich und dem Architekten Erich Mendelsohn. Ursprünglich sollte in diesem Sonnenobservatorium die von Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie vorhergesagte Rotverschiebung von Spektrallinien im Schwerefeld der Sonne mit einem Sonnenlicht-Spektrometer nachgewiesen werden, was sich aber u. a. wegen der Turbulenzen auf der Sonne als undurchführbar erwies. Im Einsteinturm befindet sich aber immer noch ein Spektrometer zur Sonnenbeobachtung. 1969 wurde das Zentralinstitut für Physik der Erde (ZIPE) gegründet, das hier bis 1990 seinen Sitz hatte. Seit 1992 befinden sich folgende neu gegründete Institute auf dem Gelände, die den Wissenschaftspark Albert Einstein bilden:
Weitere Einrichtungen kamen später hinzu: Das ebenfalls 1992 gegründete Leibniz-Institut für Astrophysik Potsdam verlagerte seinen Hauptsitz später nach Babelsberg in die ehemalige Sternwarte, betreibt auf dem Telegrafenberg aber weiterhin die historischen Teleskope Großer Refraktor und Einsteinturm und deren Ausstellungen. In den 1990er Jahren wurden die historischen Gebäude umfangreich saniert, aber auch zahlreiche Neubauten errichtet. WeblinksCommons: Albert Einstein Science Park – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
Koordinaten: 52° 22′ 49″ N, 13° 3′ 54″ O |
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