Schweizer Milchproduzenten
Die 1999 gegründete Organisation der Schweizer Milchproduzenten (SMP) geht zurück auf den 1907 gegründeten Zentralverband schweizerischer Milchproduzenten (ZVSM). Als nationale Dachorganisation vertritt die SMP, zusammen mit ihren regionalen Mitgliedsorganisationen, die Interessen der Schweizer Milchproduzenten. GeschichteAm 29. Januar 1907 entstand in Olten der Zentralverband schweizerischer Milchproduzenten (ZVSM) als Genossenschaftsverband der kurz zuvor entstandenen regionalen Milchverbände.[2] 1937 war der ZVSM bei der Gründung des Landwirtschaftlichen Informationsdiensts (LID) beteiligt.[3] Infolge der 1999 revidierten Milchmarktordnung wurde der ZVSM in Schweizer Milchproduzenten (SMP) umbenannt.[2] Im Jahr 2014 wurde zusammen mit anderen Milchvermarktungsorganisationen die Exportgesellschaft LactoFama AG mit Sitz in Bern gegründet,[4] mit dem Ziel saisonale Überschüsse zu exportieren.[5][6] ZieleDie Aufgabe der Organisation ist es, für die Milchproduzenten möglichst vorteilhafte politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen in einem anspruchsvollen agrarpolitischen und aussenhandelspolitischen Umfeld zu schaffen. Organisation der Schweizer MilchproduzentenDie 19'048[7] (2019) Milchproduzenten der Schweiz sind über zwölf[8] (2023) regionalen Milchproduzentenorganisationen in der Organisation der Schweizer Milchproduzenten SMP zusammengeschlossen.[9] Diese regionalen Produzentenorganisationen bilden die institutionelle Verbindung zwischen der Dachorganisation Schweizer Milchproduzenten SMP und den einzelnen Milchproduzenten. Die Präsidenten und Geschäftsführer der Mitgliedsorganisationen sind ein Bindeglied zu den Milchproduzenten in den Regionen. Einerseits vertreten die Repräsentanten der SMP-Mitgliedsorganisationen die Interessen der Regionen in der SMP, andererseits sind die Repräsentanten auch für die Umsetzung der SMP-Beschlüsse in ihren regionalen Organisationen zuständig.[10] Die Organisation Schweizer Milchproduzenten SMP hat sechs Organe, deren Zusammensetzung, Rechte und Pflichten in den Statuten festgelegt sind. Das oberste Organ ist die Delegiertenversammlung, welche den Vorstand wählt und beaufsichtigen soll. Dieser ist unter anderem für die strategische Verbandsführung zuständig und delegiert die Ausführung bestimmter Aufgaben an den Vorstandsausschuss und die Geschäftsleitung. Die externe Revisionsstelle ist für die Prüfung der Buchführung zuständig. Als weiteres statutarisches Organ kennt die SMP ständige Kommissionen, die vom Vorstand zur Bearbeitung von spezifischen Aufgaben eingesetzt werden. Derzeit bestehen die Kommission Käsereimilch und das Fachgremium Marketing.[9] Die SMP ist Mitglied beim Schweizer Bauernverband[11] und dort im Vorstand vertreten.[12] Zudem ist SMP bei Proviande Mitglied. Die regionalen Mitgliedsorganisationen
BasismarketingUnter dem Namen Swissmilk betreibt die SMP ein Basismarketing für Schweizer Milch und Milchprodukte. Die SMP gibt an, dass sie sich für Verkauf und Verarbeitung von möglichst viel Schweizer Milch zu Produkten mit hoher Wertschöpfung einsetzt. Sie organisiert dazu Werbekampagnen und ist bei Messen, Sportanlässen und Openair-Kinos und Musikfestivals präsent.[14] Finanziert wird das Basismarketing u. a. über die obligatorischen Beiträge der Milchbauern, welche sie pro Kilogramm Milch zu zahlen haben. Das Inkasso übernehmen die Mitgliedsorganisationen.[15] Ab 2003 wurden auch Nichtmitglieder zur Abgabe von Beiträgen verpflichtet.[16] Zur Bewerbung von Biomilch wird der entsprechende Anteil, den die Bio-Bauern leisten, an Bio Suisse ausbezahlt.[17] Das Basismarketing soll eine gemeinsame Selbsthilfe der Produzenten darstellen und Ziele verfolgen, die im Interesse der Milchbauern liegen. Dadurch soll es einen Beitrag zur Einkommenssicherung der Milchproduzenten liefern. Ziele des Milchmarketings sind:
Branchenstandard Nachhaltige Schweizer MilchDer Branchenstandard Nachhaltige Milch oder auch "grüner Teppich"[18] genannt, wurde 2019 als neuer Milchproduktionsstandard für Schweizer Milch eingeführt. Es ist ein Instrument, um Schweizer Milch und Milchprodukte von ausländischen klar zu unterscheiden. Der neue Standard basiert auf den Reglementen und Richtlinien der Branchenorganisation Milch und geht mit seinen Anforderungen über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus.[19] Am 1. September 2019 wurde der Branchenstandard auf der Molkereimilch eingeführt. Das dazugehörige Label heisst "swissmilk green",[20] welches punkto Tierwohl relativ schlecht abschneidet.[21] Marktbeobachtung für MarkttransparenzDie SMP unternimmt Marktbeobachtung, führt Marktanalysen durch und erstellt Reportings. Die Publikation eines monatlichen Schweizer Milchpreismonitorings und eines monatlichen Marktlageberichts soll zur Markttransparenz beitragen. Milchproduzenten können sehen, welcher Milchkäufer wie viel für die Molkereimilch bezahlt und welcher Milchpreis für die verschiedenen Sortenkäse realisiert wird. Diese Dienstleistung soll auch aufzeigen, wie viel Geld effektiv bei den Produzenten ankommt.[22] Weitere Preispublikationen im Schweizer MilchmarktNeben den Schweizer Milchproduzenten publiziert auch das Bundesamt für Landwirtschaft jeden Monat Berichte zum Milchpreis. Diese basieren auf unterschiedlichen Berechnungs- und Erhebungsgrundlagen. Die Branchenorganisation Milch publiziert ihrerseits Richtpreise nach Segmenten der Milchverwertung.[23] Zahlen & FaktenIn der Schweiz produzieren 19'048 (2019) Milchproduzenten mit 515'943 Milchkühen (Anzahl Milchkühe zur Verkaufsmilchproduktion; 2019) rund 3,4 Millionen Tonnen (2019) Milch für die Verarbeitung in Molkereien und Käsereien produziert. Im Durchschnitt bewirtschaftet ein Milchbetrieb 27,1 Hektar (2019) Land, hält 27,1 Kühe und verkauft 172'669 Kilogramm Milch. Die Milchmenge hat gegenüber dem Vorjahr 2018 um 1,2 Prozent zugenommen, und die Anzahl Betriebe ist um 2,7 Prozent zurückgegangen. Es gibt grosse Unterschiede zwischen den geografischen Regionen der Schweiz, zwischen Tal- und Berggebiet und zwischen den verschiedenen Produktionsrichtungen. Im Schweizer Mittelland von Genf bis Thurgau befinden sich die grösseren Milchproduktionsbetriebe. Somit produzieren mehr als die Hälfte der Milchbetriebe im Talgebiet. Im Berggebiet sind es weniger als 50 %, die Betriebsflächen sind im Durchschnitt kleiner als im Tal und sie halten weniger Kühe. Dies ergibt dann auch eine kleinere produzierte Milchmenge. Im Sommer gibt es zu dem Sömmerungsgebiete in den Alpen für Milchkühe. Bezüglich Produktionsrichtungen stammt 32,8 % der Milchmenge von Kühen, die ohne Silage gefüttert werden. Diese spezielle Produktionsweise ist eine notwendige Voraussetzung für die Herstellung der Schweizer Rohmilchkäsespezialitäten wie beispielsweise Le Gruyère AOP, Emmentaler AOP, Tête de Moine AOP, Appenzeller, Rohmilch Tilsiter, Schweizer Alpkäse, Raclette du Valais AOP, Etivaz AOP oder Sbrinz AOP. Alle genannten Zahlen im vorangegangenen Abschnitt stammen aus dem Geschäftsbericht der Schweizer Milchproduzenten von 2019.[7] Die Wertschöpfungskette rund um die Schweizer Milchproduktion ist ein wichtiger Faktor der einheimischen Wirtschaft. Vor- und nachgelagerte Bereiche sind Einkommensgrundlage für viele Arbeitnehmende in der Schweiz.[24] Wesentliche Beteiligungen
Präsidenten2023 wurde Boris Beuret, Präsident der MIBA Genossenschaft, zum SMP-Präsidenten gewählt.[29] Nachfolgend die ehemaligen Präsidenten, die auf Wikipedia vertreten sind:
DirektorenNachfolgend die ehemaligen Direktoren, die auf Wikipedia vertreten sind:
WeblinksCommons: Schweizer Milchproduzenten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Einzelnachweise
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