Michel-Ange de La ChausseMichel-Ange de La Chausse, auch latinisiert Michael Angelus Causeus und italienisch Michael Angelo Causeo, (* 1660[1] in Paris; † 21. Juni 1724[2] in Rom) war ein französischer Antiquar und Diplomat, der seinen Lebensmittelpunkt den Großteil seines Lebens in Italien hatte. Leben, Leistungen und WirkungEs ist heute nichts mehr über Kindheit, Schulzeit und die weitere Ausbildung von La Chausse bekannt. Er wird erst richtig fassbar, als er sich gegen Ende des 17. Jahrhunderts in Rom niedergelassen hatte, um sich dort ganz seinen antiquarischen Studien zu widmen. Nachdem der französische Konsul beim Kirchenstaat, Claude Voiret, 1705 verstorben war, wurde La Chausse sein Nachfolger. Der eigentliche Geschäftsträger als Botschafter und ab 1706 im Range eines französischen Ministers war Joseph-Emmanuel de La Trémoille. Ab 1708 trug er den Titel eines Ritters des Lazarus-Ordens. Um die französischen Botschafter und Minister am Heiligen Stuhl besser unterstützen zu können, wurde 1711 eigens durch ein Patent für La Chausse der Titel eines Kustos der konsularischen Archive geschaffen. Hier hatte er die Aufgabe, Dokumente und Informationen zu beschaffen, die den französischen Amtsträgern beim Umgang mit der römischen Kurie hilfreich waren. Darüber hinaus half er auch dabei, Kunstwerke und Artefakte für die königlichen Münz-, Inschriften- und Skulpturensammlungen zu beschaffen, zu verschicken und die anderen Amtsträger bei diesen Unternehmungen zu unterstützen. La Chausse hatte selbst eine größere Sammlung aus Büchern, Handschriften, archäologischen Artefakten und anderen Kunstwerken zusammengetragen, wobei einigen Zeitgenossen vor allem bei einigen der Gemmen Zweifel an der Echtheit kamen. Damit die Sammlung nach seinem Tod nicht aufgelöst würde, vermachte er sie dem Pariser Antiquar und Sammler Pierre Crozat. Dennoch gelangten später einige Stücke, darunter vor allem Gemmen, in die Sammlung des Herzogs von Orléans. Daneben hinterließ er eine umfangreiche Korrespondenz mit verschiedenen Gelehrten seiner Zeit, darunter Joachim Legrand, Claude Nicaise und Pierre-Joseph de Grainville.[3] La Chausse veröffentlichte drei Werke von größerer Bedeutung. Als erstes das Romanum Museum im Jahr 1690, in dem er bis dato unpublizierte Werke aus nicht öffentlich zugänglichen Privatsammlungen sowie aus seiner eigenen Sammlung publizierte. Das Werk (in Folio) erreichte eine größere Verbreitung und wurde 1707 und 1746 erneut herausgegeben und 1706 auch in einer französischen Übersetzung veröffentlicht. Der Großteil der Abbildungen wurde von Johann Georg Graevius umgehend für dessen Thesaurus antiquitatum Romanarum (12 Bände, 1694–1699) weiter verwendet. Als wichtigste Kunstgattung betrachtete La Chausse die Gemmen, deshalb widmete er seiner eigenen Gemmensammlung auch eine eigene, 1700 veröffentlichte, Publikation (Quart) mit 200 Kupferstichen. Die Sammlung bezeugte ein weit gespanntes Interesse La Chausses, doch war eine Vorliebe für Tierbilder und Symbole erkennbar. Als drittes übersetzte er das Buch Le pitture antiche del sepolcro de Nasonii nella Via Flaminia von Giovanni Pietro Bellori und Pietro Santi Bartoli ins Lateinische und erweiterte es zudem noch beträchtlich. Das Buch widmet sich der römischen Wandmalerei, insbesondere dem im Jahr 1674 entdeckten Nasoniergrab an der Via Flaminia. Es war mit Kupferstichen von Francesco Bartoli versehen und erschien erst posthum 1738 in einer großformatigen Folio-Ausgabe. Darüber hinaus verfasste er unter anderen eine numismatische Schrift und berichtete in Briefen von den Resten der 1703 gefundenen Antoninus-Pius-Säule. Publikationen (Auswahl)
Literatur
WeblinksCommons: Sammlung von Bildern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Anmerkungen
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