Popelka studierte von 1980 bis 1987 Architektur an der TU Graz sowie 1986 bis 1994 an der TU Graz/az1 und an der Ecole d’Architecture Paris-Tolbiac.[1] Sie war 1995 zusammen mit Georg Poduschka Mitbegründerin des ArchitekturbürosPPAG architectsztgmbh in Wien. Poduschka hatte ebenfalls an der TU Graz Architektur studiert.[2] Beide sind geschäftsführende Gesellschafter. 2020 eröffneten sie ein zweites Büro in Berlin.[3] Schwerpunkte sind Wohnungsbauprojekte sowie Schulbau vorzugsweise als Nachverdichtung im städtischen Raum.[4]
Popelka wurde mit dem Projekt Museumsquartier Enzi in Wien bekannt. Den Wettbewerb zur Innenhofbelebung des MuseumsQuartiers gewann sie mit rund 4 qm großen Sitzelementen, die aus bunt lackiertem Schaumstoff bestehen. Die Sitzelemente sind multifunktional und eignen sich auch zum Rutschen, als Bühne oder wärmegedämmter Pavillon im Winter. Jedes Jahr wird eine neue Farbe bestimmt, seit dem Jahr 2010 im Online-Voting. Das Stadtmöbel wurde mit dem Adolf-Loos-Design-Staatspreis ausgezeichnet.[5][6][4]
Anna Popelka hatte Gastprofessuren am Institut für Raumgestaltung der TU Wien (WS 1997/98, SS 2014) sowie am Institut für Wohnbau der TU Graz (WS 2009/10, SS2010) inne[1] und ist Mitglied des Innsbrucker Gestaltungsbeirates.[7] Sie war außerdem als Preisrichterin/Jurorin in Österreich und Deutschland tätig.[8][9][10]
Gemeinsame Projekte
Bildungscampus Sonnwendviertel
Der Wettbewerb für den Bildungscampus im Jahr 2010 war nicht lösungsorientiert, sondern zielorientiert ausgeschrieben. D. h. es gab kein Raumprogramm mit Raumanzahl und Raumgröße, dass optimiert und funktional verbunden werden musste. Stattdessen war ein aus der Pädagogik entwickelter Qualitätenkatalog vorgegeben. Anna Popelka und PPAG entwickelten daraus ihr „Lernhaus-Prinzip“. Jeweils vier Klassenräume, ein Projektraum, ein Teamraum für Lehrkräfte und ein multifunktionaler „Marktplatz“ bilden ein Cluster. Somit werden eine Reihe von Räumen mit unterschiedlichen Möglichkeiten geschaffen. Neben dem instruktiven Unterricht sind freies Lernen, Projektunterricht, Kleingruppen möglich. Es entsteht auch Raum für körperliche Bewegung.[11]
Pah Cej Kah Stufenpyramide
Hier handelt es sich um ein Geschäftshaus in Deutsch-Wagram. Es liegt direkt neben dem Bahnhof. Das Flachdach über dem oberen Stockwerk erhielt eine Gartengestaltung und ist rund um die Uhr öffentlich begehbar. Ermöglicht wird dies durch Treppen, die teilweise in waghalsiger Art durch den Luftraum neben dem Haus geführt werden. Die Entwurfsidee für das Dach soll die Voraussetzung für eine Demokratisierung des Gebäudes schaffen.[12]
Anna Popelka, in: Wojciech Czaja, Katja Schechtner (Hrsg.): Frauen Bauen Stadt. The City Through a Female Lens, Verlag Birkhäuser, Basel 2021, ISBN 978-3-0356-2432-8, S. 140–143.
↑ abAnna Popelka, 18 Spotlights: Urbanistinnen und Protagonistinnen aus aller Welt. in: Wojciech Czaja and Katja Schechtner (Hrsg.): Frauen Bauen Stadt: The City Through a Female Lens, Birkhäuser, Berlin, Boston, 2021, S. 139.
↑Anna Popelka, in: Frauen bauen Stadt, abgerufen am 18. Januar 2023.
↑Spotlights., in: Wojciech Czaja, Katja Schechtner (Hrsg.): Frauen Bauen Stadt. The City Through a Female Lens, Verlag Birkhäuser, Basel 2021, ISBN 978-3-0356-2432-8, S. 143.
↑Ulrich Brinkmann, Kirsten Klingbeil: Wiener Schule, Interview mit Anna Popelka und Georg Poduschka, Bauwelt 12/2019, S. 36. ISSN0005-6855
↑Anna Popelka, in: Wojciech Czaja, Katja Schechtner (Hrsg.): Frauen Bauen Stadt. The City Through a Female Lens, Verlag Birkhäuser, Basel 2021, ISBN 978-3-0356-2432-8, S. 142.