Alte Hafenstraße
Die Alte Hafenstraße ist eine historische Straße in Nord-Süd-Richtung in Bremer im Stadtteil Vegesack im Quartier Unteres Vegesack bzw. Fährquartier. Sie führt von der Bürgermeister-Wittgenstein-Straße/Wilmannsberg bergab zum Utkiek an der Weser und zum Vegesacker Hafen. Die Havenstraße – wohl die älteste Straße von Vegesack – wurde etwa 1950 in Alte Hafenstraße umbenannt, in Gedenken an den ersten künstlichen Hafen in Deutschland. In der Straße stehen bemerkenswerte und viele denkmalgeschützte Bauwerke. Die Querstraßen wurden u. a. benannt als Am Vegesacker Hafen, der seit 1623 besteht, Rohrstraße nach dem Stadtdirektor und Druckereibesitzer Friedrich Rohr (1850–1913), Zur Vegesacker Fähre, die über die Weser nach Lemwerder führt, Sagerstraße nach den Schiffsbauern Jürgen Sager (1777–1854) und Peter Sager (1809–1869), Wilmannsberg nach dem ersten Amtmann in Vegesack August Christian Wilmanns (1757–1839) und Bürgermeister-Wittgenstein-Straße nach dem Juristen und Bürgermeister Werner Wittgenstein (1882–1965) GeschichteEntstehungVon 1618 bis 1623 wurde der zu Bremen gehörende Vegesacker Hafen als erster künstlicher deutscher Hafen an der Einmündung der Schönebecker Aue zur Weser angelegt. Um den Hafen entwickelte sich vor allem nach Westen das Dorf Vegesack, das 1741, jedoch ohne den Hafen, an das Kurfürstentum Hannover kam, 1803 wieder bremisch und 1852 zur Stadt wurde. Nach 1773 wurde von der kurhannoverschen Provinzialregierung in Stade ein Plan zur Besiedelung der Heideflächen zwischen dem Dorf Fähr und dem Hafen Vegesack entwickelt und langsam, ab 1775, als Neu-Vegesack realisiert, dabei wurde auch die Havenstraße/Alte Hafenstraße ausgebaut. Sie war im 18./19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine der wichtigsten Straßen in Vegesack mit Geschäften und Gastronomie. Spätere EntwicklungNach dem Zweiten Weltkrieg verfielen viele ältere Häuser zunehmend. Die Verkehrsverhältnisse in und um Vegesack waren desolat. Es gab keine entlastende Umgehungsstraße und der durch die Alte Hafenstraße führende Verkehr zum Fähranleger an der Weser war ungeordnet, weswegen eine Verlegung des Fähranlegers zum Fährgrund diskutiert wurde. Schließlich wurde der Fährzubringer mitten durch den ältesten Vegesacker Kern geführt, wofür viele alte, teilweise aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammende Gebäude auch an der Alten Hafenstraße abgerissen wurden.[1] Das Gebiet um die Alte Hafenstraße war nach dem Flächenabriss in den 1970er Jahren von Brachflächen gezeichnet und verödet. Der historische Charakter der Vegesacker Altstadt ging durch die Flächensanierung weitgehend verloren. Bei der Sturmflut 1962 wurde das Gebiet an der Alten Hafenstraße vollständig überflutet, weswegen bei allen darauf folgenden Baumaßnahmen wirkungsvolle Schutzmaßnahmen erfolgten. 1973/75 wurde schließlich der Kern von Vegesack zum Sanierungsgebiet erklärt und diverse Sanierungskonzepte entstanden. Die Bremische Gesellschaft wurde als Sanierungsträger beauftragt, und die Nordbremische Gesellschaft für Wohnungsbau – zeitweise Bauträger – sowie die Bürgerinitiative Vegesack begleitete die Entwicklung. Im November 1975 wurde ein städtebaulicher Plan über die Sanierung beschlossen. 1978 konnte der Verkehr über die neue Straße zur Fähre fließen und die Alte Hafenstraße damit entlasten. 1977 ging der Bauträger Nordbremische in Konkurs und die Sanierungen verzögerten sich. Einen städtebaulichen Wettbewerb für das Fährquartier gewann 1978 der Architekt Gert Schulze. In der Folgezeit wurden die noch erhaltenen Gebäude saniert und die Brachflächen mit drei- bis fünfgeschossigen Neubauten bebaut, oft mit Rotsteinfassaden. Häufiger Bauherr war die Bremische Gesellschaft. GebäudeAn der Straße befinden sich überwiegend ein- bis dreigeschossige und wenige vier- bis fünfgeschossige Gebäude, die zumeist Wohn- und Geschäftshäuser sind. Viele ältere Häuser aus dem 19. Jahrhundert wurden im klassizistischen Stil gebaut. Vor dem Haus Nr. 30 (KITO) steht eine Brunnensäule von 1755 aus Sandstein. Ursprünglich waren in Vegesack sechs dieser Brunnen vorhanden. Eine weitere erhaltene Brunnensäule aus dem 18. Jahrhundert wurde um 1890 nach Fähr-Lobbendorf an die Fröbelstraße 52 umgesetzt. Gebäude unter Denkmalschutz→ Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Vegesack Folgende Gebäude stehen unter Bremer Denkmalschutz:
Weitere Gebäude
Denkmale, Gedenktafeln
Siehe auchLiteratur
Einzelnachweise
Koordinaten: 53° 10′ 11″ N, 8° 37′ 31″ O |
Portal di Ensiklopedia Dunia