Luise Thiersch-Patzki wurde geboren als Luise Patzki, drittes Kind des Kaiserlichen Geheimjustizrates Franz Julius Robert Patzki und seiner Ehefrau Johanna Friederike Dorothea John, beide aus Marienburg in Westpreußen.[2] Luise hatte sechs Geschwister, ihre Familie zog nach Leipzig. Dort heiratete sie 1895 den Justizrat und Rechtsanwalt Friedrich Thiersch, einen Sohn des Leipziger Chirurgen und Universitäts-Professors Carl Thiersch. Luises Ehemann Friedrich Thiersch veröffentlichte 1939 nach dem Tod seiner Ehefrau ihre Ahnentafel auf Grundlage einer Kartothek, die sie selbst auf Basis eigener Forschung zwischen 1933 und 1936 angelegt hatte,[2] welche 1971 durch Luises Bruder Hans Richard Emil Franz Patzki handschriftlich erweitert und 2018 in Schwerin versteigert wurde.[3]
Leben als Künstlerin
Luise Thiersch-Patzki besuchte Abendkurse an der Staatsakademie in Leipzig und absolvierte Studienreisen durch Deutschland, Belgien, die Niederlande, Großbritannien, Dänemark, Frankreich, Schweden, Schottland und Italien.[1] Sie war Mitglied des Deutschen Künstlerbundes.[4][1]
Herbarium
Von ihren Reisen brachte Luise Thiersch-Patzki auch Pflanzenteile für ihr eigenes Herbarium sowie für das Herbarium Leipzig[ mit, u. a. aus Slowenien (siehe Herbarbeleg[5]),[6] Jugoslawien,[7] Kroatien,[8][9] Beuron[10] und Sachsen.[11]
Ein Ölgemälde wurde 1920 auf einer Mannheimer Kunstausstellung verkauft.[17]
Der Online-Kunstmarkt Artprice führte fünf Werke aus öffentlichen Auktionen der Künstlerin, mehrheitlich in der Gattung Gemälde.[18]
Veröffentlichungen
Luise Thiersch-Patzki: Ihre künstlerische Persönlichkeit, wie sie darstellt in schriftl. Äußerungen von ihr, die nicht für d. Öffentlichkeit bestimmt gewesen sind. Hrsg. v. Friedrich Thiersch, Regel, 1939
Ausstellungen (Auswahl)
III. Graphische Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes, 14. Mai ‒ 30. Juni 1910, Hamburg, Galerie Commeter[19]
Juryfreie Kunstschau. 4. Ausstellung, 23. Aug. ‒ 30. Sept., 1913, Berlin, Ausstellungshaus am Kurfürstendamm 208/9[19]
Gedächtnis-Ausstellung, Frau Luise Thiersch-Patzki, 1. bis 31. Okt. 1937, Ringmeßhaus, Leipzig C 1, Trödlinring 9, erstes Obergeschoß, Leipzig C 1, Markgrafenstr. 10; Dr. F. Thiersch, 1937.[21]
↑Curators Herbarium B (2000+). Digital specimen images at the Herbarium Berolinense, image ID: 258896. [Dataset]. Version: 27 Apr 2024. Data Publisher: Botanic Garden and Botanical Museum Berlin.
↑Franz Speta: Die Gattungen Chaenorhinum (D.C.), Reichenb. und Microrrhinum (endl.) fourr im östlichen Teil ihrer Areale (Balkan bis Indien). In: Stapfia. Publikation der Botanischen Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz. Nr. 7, Linz, 22.12.1980, S. 17 (zobodat.at [PDF]).
↑B 10 1149110, auf herbarium.bgbm.org, abgerufen am 8. Mai 2024
↑Günter Gottschlich, Karl Heyde Siegfried Bräutigam: Bemerkenswerte Hieracium-/Pilosella-Belege im Herbarium des Naturkundemuseums Leipzig (NML), Dez. 2023, S. 9.
↑Karl Michael Heyde, Karl Michael Heyde, Frank Müller: Buglossoides arvensis (L.) I. M. Johnst. versus Buglossoides incrassata (GUSS.) I. M.J OHNST. subsp. splitgerberi (GUSS.) ZIPPEL et SELVI, Dez. 2023, S. 20