Er war ein Sohn des Hamburger Unternehmers Gerhard Martin Kelter (* 26. März 1872 in Hamburg; † 8. Juni 1942 ebenda), der insgesamt fünf Kinder hatte, und dessen erster Ehefrau Julia Henriette (* 29. Juli 1884 in Hamburg), geborene Hünlinghof.[1][2][3] Die Ehe seiner Eltern wurde bereits knapp ein Jahr nach seiner Geburt geschieden. Hubert Kelter hatte zwei jüngere Stiefschwestern, Gabriele (* 31. März 1913 in Hamburg) und Margaretha Beate (* 7. Januar 1915 in Hamburg),[4][5] deren Mutter die zweite Ehefrau des Vaters Gerhard Martin Kelter war, Gertrud Johanna Elise (* 4. Mai 1891 in Hamburg; † 6. Mai 1979 in Großhansdorf), geborene Gabory.[6][7][8] Bei dieser wuchsen auch Hubert H. Kelter und seine Brüder Erich und Wolfgang überwiegend auf.
Sein Vater war zusammen mit Hubert Hünlinghof (* 28. November 1848; † 1906) und nach Hünlingshofs Tod ab 1914 mit Julius Asch (geboren am 30. August 1875 in Rawitsch bei Posen; verstorben aufgefunden am 12. Januar 1939 in Hamburg, Suizid in der Elbe bei Blankenese) Mitinhaber des 1838 gegründeten Handelsunternehmens Chs Lavy & Co. (Markenname LACO) in Hamburgs Hochallee 9. Um 1914 beschäftigte es rund 500 Mitarbeiter in der Fertigung von Oberbekleidung.[9][10][11]
Anfangs liebäugelte er damit, den von seinem Vater im Jahr 1914 erworbenen Hegehof Beimoor bei Hansdorf (gehört heute zu Ahrensburg) gewerblich zu betreiben. Dann jedoch entschied er sich dafür, Volkswirtschaft zu studieren,[17] zunächst am Institut für Weltwirtschaft in Kiel. Während dieser Zeit zählte er zu den Vertrauensleuten der Schule am Meer, die interessierte Eltern potenzieller Schüler informierten und berieten, bis das Internat im Frühjahr 1934 vor dem Hintergrund des NS-staatlichen Antisemitismus’ und der „Gleichschaltung“ geschlossen wurde.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wirkte er vom Frühjahr 1946 bis 1974 als Syndikus der Handelskammer Hamburg und Autor.[18][19] Er baute die Abteilung Volkswirtschaft der Handelskammer auf, für die er bis zum Erreichen der Altersgrenze im Jahr 1974 verantwortlich blieb. Zudem begründete er die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Handelskammer und war bis 1965 redaktionell für die Herausgabe von deren Periodikum und die Berichterstattung zuständig. 1953 wurde der Juniorenkreis der Handelskammer begründet, der auf Anregung Kelters zurückging und für den er sich engagierte. Um 1965 übernahm er die Leitung der weltweit größten Wirtschaftsbibliothek, der Commerzbibliothek.
Kelter befasste sich mit Fragen der Wirtschaftspolitik, -ordnung, -statistik und -beobachtung, sein Interesse galt den volkswirtschaftlichen Aspekten der europäischen Integration.[20][21]
1949 begründete er die Martin-Luserke-Gesellschaft, deren Präsident er war.[22][23] Kelter hielt lebenslangen Kontakt zu seinen Lehrern Rudolf Aeschlimann und Martin Luserke sowie zu seinem Mitschüler Jens Rohwer, die er auf Juist kennengelernt hatte.[24] Er setzte sich dafür ein, das schriftstellerische Werk des verarmten Luserke teils wieder neu aufzulegen, wobei er durch Herbert Giffei und andere unterstützt wurde.
Hubert Kelter verstarb im Alter von 90 Jahren und wurde auf dem Friedhof in Hamburg-Ohlsdorf beigesetzt.
Veröffentlichungen (Auszug)
Martin Luserke zum siebzigsten Geburtstag (3. Mai 1950) – Glückwünsche und Betrachtungen aus dem Freundeskreis. Selbstverlag, Hamburg 1950 OCLC1070510609
mit Hans Bielfeldt, Harald Sieg (Red.): Hamburg als Industrieplatz. Hrsg. von der Handelskammer Hamburg und der Behörde für Wirtschaft und Verkehr der Freien und Hansestadt Hamburg. Hammerich & Lesser Verlag, Hamburg 1952 OCLC902414267
mit Edgar Engelhard, Erich von Lehe: Freie und Hansestadt Hamburg (= Monographien Deutscher Wirtschaftsgebiete, Band XV)
↑Heiratsurkunde Gerhard Martin Kelter und Julia Henriette Hünlinghof, Standesamt 3 Hamburg, Nr. 8/1903, 6. Januar 1903
↑Vermerk der Scheidung am 14. April 1910; Zitiert nach: Vermerk auf der Heiratsurkunde Gerhard Martin Kelter und Julia Henriette Hünlinghof, Standesamt 3 Hamburg, Nr. 8/1903, 6. Januar 1903
↑ abSterbeurkunde Gerhard Martin Kelter, Standesamt Hamburg, Nr. 437/1942, 9. Juni 1942
↑Schülerbuch der Schule am Meer, Juist, Blatt 128. In: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek Kiel, Handschriftenabteilung, Nachlass Luserke, Martin, Signatur Cb 37
↑Schülerbuch der Schule am Meer, Juist, Blatt 206. In: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek Kiel, Handschriftenabteilung, Nachlass Luserke, Martin, Signatur Cb 37
↑Geburtsurkunde Gertrud Johanna Elise Gabory, Standesamt 1 Hamburg, Nr. 1262/1891, 6. Mai 1891
↑Heiratsurkunde Gerhard Martin Kelter und Gertrud Johanna Elise Gabory, Standesamt Hamburg, Nr. 35/1912, 20. Februar 1912
↑Sterbeurkunde Gertrud Johanna Elise Kelter, geborene Gabory, Standesamt Großhansdorf, Kreis Stormarn, Nr. 73/1979; Zitiert nach: Vermerk auf Geburtsurkunde Gertrud Johanna Elise Gabory, Standesamt 1 Hamburg, Nr. 1262/1891, 6. Mai 1891
↑Sterbeurkunde Julius Asch, Standesamt Hamburg, Nr. 13/1939, 14. Januar 1939
↑ abSchülerbuch der Schule am Meer, Juist, Blatt 62. In: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek Kiel, Handschriftenabteilung, Nachlass Luserke, Martin, Signatur Cb 37
↑H. V. Knolle (d. i. S.a.M.-Schüler Heinz-Günther Knolle, 1912–1999): Vom Festland abgeschnitten! In: Löhner Tagblatt (Löhne/Westfalen), Beilage 38, Donnerstag, 14. Februar 1929, ohne Seitennummerierung.
↑Hubert Kelter et al.: Martin Luserke. 3. Mai 1880 bis 1. Juni 1968. Würdigung am Vorabend seines Geburtstages. o. V., Hamburg 1969
↑Hubert Kelter: Beimoor – Die frühen Jahre (PDF-Datei; 5,9 MB). In: Ursula Ehlers-Rücker (Hrsg.): Großhansdorf erzählt. Schwanenverlag, Berkenthin 2004. ISBN 978-3-9807105-4-1. Zitiert nach: Heimatverein Grosshansdorf-Schmalenbeck e. V. (Hrsg.): Der Waldreiter, 59, 11, November 2007, S. 37–43
↑Hubert H. Kelter 60 Jahre. In: Mitteilungen der Handelskammer Hamburg, Heft 6/1969, Juni 1969
↑Hubert Kelter ausgeschieden. In: Hamburger Wirtschaft – Mitteilungen der Handelskammer Hamburg, Heft 6/1974, S. 27
↑Peter Lambrecht: Luserke-Gedenken. In: Mitteilungsheft Nr. 83 (1993) der Vereinigung ehemaliger Schüler und der Lehrer der Meldorfer Gelehrtenschule / Traditionsgemeinschaft Greifenberger Gymnasiasten, Meldorf, Winter 1993, S. 9
↑Nachlass Martin Luserke (inkl. Akten der Martin-Luserke-Gesellschaft). In: Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek Kiel, Signatur: Cb 37. Auf: kalliope-verbund.info