Die Braunellen (lateinisch Prunella, früher Brunella), auch Brunellen genannt, sind eine Pflanzengattung in der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Zu beachten ist die namentliche Verwechslungsmöglichkeit mit der Vogelgattung Braunellen (Prunella), wobei die Gleichheit sowohl des deutschen als auch des wissenschaftlichen Namens einen seltenen Fall darstellt.
Bei Prunella-Arten handelt es sich um ausdauerndekrautige Pflanzen, die mehr oder weniger niedrige, kriechende Matten bilden, von denen die blütentragenden Sprosse aufrecht oder aufsteigend abzweigen.
Von den gegenständigenLaubblätter sind nur die unteren gestielt.[1] Die Blattspreiten sind breit bis länglich eiförmig, bisweilen auch gelappt.
Generative Merkmale
Die in der Regel sechsblütigen Scheinquirle sind zu einer endständigen, deutlich abgesetzten, eiförmigen bis rundlich-eiförmigen, dichten Scheinähre zusammengedrängt. Die oft rötlich oder purpurfarben überlaufenen Tragblätter sind von der Form her sehr breit und überlappen sich häufig; in jedem Fall sind sie deutlich von den normalen Laubblättern verschieden.
Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Der Kelch ist deutlich zweilippig, wobei die obere Lippe dreispitzig, und die untere tief zweispitzig ist. Beide Kelchlippen sind abgeflacht, so dass die Kelchröhre insgesamt ebenfalls zusammengedrückt ist. Die fünf Kronblätter sind zu einer Kronröhre verwachsen. Die weiße, rosafarbene bis violette Blütenkrone ist zweilippig. Die Unterlippe ist dreilappig, wobei der Mittellappen deutlich größer, hohl und am vorderen Rand meist gezähnelt ist.
Standortansprüche
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Die meisten Arten ziehen mehr oder weniger offene Standorte wie Grasland, Waldränder oder Flussufer vor.
Systematik und Verbreitung
Die Gattung Prunella wurde durch Carl von Linné aufgestellt.[2]Synonyme für PrunellaL. sind: BrunellaMill. orth. var., PrunellopsisKudô.[3]
Die Prunella-Arten gedeihen in gemäßigten bis subtropischen Gebieten der Nordhalbkugel. Sie sind in Eurasien und Nordafrika verbreitet und kommen von Nord- bis Zentralamerika vor.[3]
Je nach Artauffassung werden der Gattung Prunella 7 oder 13 bis 15 Arten zugerechnet:
Großblütige Braunelle (Prunella grandiflora(L.) Scholler, Syn.: Prunella vulgaris var. grandifloraL., Prunella vulgaris subsp. grandiflora(L.) Ehrh., Prunella alpinaTimb.-Lagr. nom. illeg., Prunella hastataSpreng., Prunella hastifoliaBrot., Prunella speciosaWender., Prunella pyrenaica(Gren. & Godr.) Philippe nom. illeg., Prunella tournefortiiTimb.-Lagr., Prunella transsilvanicaSchur, Prunella grandiflora var. alpinaNyman, Prunella grandiflora var. hastifolia(Brot.) Nyman, Prunella grandiflora var. incisaKlett & Richt., Prunella grandiflora var. pyrenaicaGren. & Godr., Prunella grandiflora subsp. pyrenaica(Gren. & Godr.) A.Bolòs & O.Bolòs, Prunella grandiflora subsp. hastifolia(Brot.) Breistr.): Sie ist von Europa bis zum Kaukasusraum verbreitet.[3]
Prunella hispidaBenth.: Sie gedeiht in den Gebirgen des südlichen Chinas und Indiens (Sie gilt auch als Unterart Prunella vulgaris subsp. hispida(Benth.) Hultén.)
Weiße Braunelle (Prunella laciniata(L.) L., Syn.: Prunella afriquenaPau & Font Quer, Prunella albaPall. ex M.Bieb. nom. illeg., Prunella integerrimaBeck, Prunella sulphureaMill.): Sie ist von Europa über den Mittelmeerraum bis in den nordwestlichen Iran verbreitet.[3]
Li Hsi-wen, Ian C. Hedge: Prunella. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 17: Verbenaceae through Solanaceae. Science Press / Missouri Botanical Garden Press, Beijing / St. Louis 1994, ISBN 0-915279-24-X, S.134–135 (englisch). (online) (engl.)
↑Prunella bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis, abgerufen am 17. Januar 2018.
↑ abcdefghijkPrunella. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 17. Januar 2018.
Prunella im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 17. Januar 2018.