Asisit
Asisit ist ein sehr selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Halogenide“. Es kristallisiert im tetragonalen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Pb7SiO8Cl2 und konnte bisher nur in Form von durchsichtigen, tafeligen, etwa 0,5 mm großen Kristallen von gelber bis gelbgrüner (gelegentlich auch rötlichgelber) Farbe bei gelblichweißer Strichfarbe gefunden werden.
Etymologie und GeschichteErstmals entdeckt wurde Asisit 1987 in der „Kombat Mine“, die auf der „Asis Farm“ in der Gemeinde Grootfontein in Namibia liegt. Analysiert, wissenschaftlich beschrieben und nach seiner Typlokalität „Asis Farm“ benannt wurde das Mineral durch Roland C. Rouse, Donald R. Peacor, Pete J. Dunn, Alan J. Criddle, Chris J. Stanley und John Innes. Von der IMA als eigenständiges Mineral anerkannt wurde es noch im Fundjahr unter der internen Eingangsnummer (IMA) 1987-003. KlassifikationIn der mittlerweile veralteten, aber noch gebräuchlichen 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der zur Mineralklasse der „Halogenide“ und dort zur Abteilung der „Oxihalogenide“, wo er zusammen mit Blixit, Chubutit, Damarait, Ekdemit, Heliophyllit, Kombatit, Mendipit, Mereheadit, Nadorit, Parkinsonit, Penfieldit, Perit, Philolithit, Pinalit, Sahlinit, Schwartzembergit, Seeligerit, Sundiusit, Symesit und Thorikosit eine eigenständige Gruppe bildete. Die seit 2001 gültige und von der International Mineralogical Association (IMA) verwendete 9. Auflage der Strunz'schen Mineralsystematik ordnet den Asisit ebenfalls in die Klasse der „Halogenide “ und dort in die Abteilung der „Oxihalogenide, Hydroxyhalogenide und verwandte Doppel-Halogenide“ ein. Diese Abteilung ist allerdings weiter unterteilt nach der Art der beteiligten Kationen, so dass das Mineral entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit Pb, Cu usw.“ zu finden ist, wo es nur noch zusammen mit Parkinsonit die nach diesen beiden Mineralen benannte Gruppe mit der System-Nr. 3.DB.40 bildet. Auch die im englischen Sprachraum gebräuchliche Systematik der Minerale nach Dana ordnet den Asisit in die Klasse der „Halogenide“ und dort in die Abteilung der „Oxihalogenide und Hydroxyhalogenide“ ein. Hier ist er einziges Mitglied der unbenannten Gruppe 10.02.07 innerhalb der Unterabteilung „Oxihalogenide und Hydroxyhalogenide mit der Formel A(O,OH)Xq“. Bildung und FundorteAsisit bildet sich in manganhaltigen Silikatlinsen in der Nähe von Sulfiderzkörpern. Begleitminerale sind unter anderem Baryt, verschiedene Chlorite, Hämatit, Hämatophanit, Jakobsit, gediegen Kupfer und Molybdophyllit. Bisher (Stand: 2010) konnte das Mineral nur an seiner Typlokalität, der „Kombat Mine“ in Namibia gefunden werden.[5] KristallstrukturAsisit kristallisiert tetragonal in der Raumgruppe I4/mmm (Raumgruppen-Nr. 139) mit den Gitterparametern a = 3,90 Å und c = 22,81 Å sowie einer Formeleinheit pro Elementarzelle.[6] Siehe auchEinzelnachweise
Literatur
WeblinksCommons: Asisite – Sammlung von Bildern
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